21. März ist Internationaler Tag gegen Rassismus

Angefeindet wegen der Herkunft, angegriffen wegen der Hautfarbe, ausgegrenzt wegen der Kultur, diskriminiert wegen der Religion: Rassismus ist nach wie vor ein Teil der heutigen Gesellschaft.

Dabei steht es im ersten Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“. Die Realität sieht leider anders aus. Daher erinnern wir uns jährlich am Internationalen Tag gegen Rassismus der Opfer des Massakers von Sharpeville. Am 21. März 1960 wurden bei einer Demonstration gegen die Apartheidgesetze in Kapstadt 69 Menschen von Polizisten getötet und mindestens weitere 180 Menschen schwer verletzt. Wir solidarisieren uns zugleich mit zahlreichen Aktionen gegen Rassismus weltweit.

Trotz oder gerade wegen der COVID-19-Pandemie machen rassistisch motivierter Hass und Ausgrenzung keinen Halt. Ganz im Gegenteil: ernüchternd sind sowohl anonyme als auch personenbezogene Meldungen bei ARAtirol – Anti-Rassismus-Arbeit Tirol, einer seit Herbst 2020 tätigen Anlauf- und Servicestelle am ZeMiT. Tirol ist keine Insel der Seligen, stellen wir fest, und rassistisch motivierte Übergriffe und Beleidigungen, die darauf abzielen, Menschen mit bestimmter Herkunft oder äußerer Erscheinung einzuschüchtern oder auszugrenzen sind Alltag.

So wurde eine Frau asiatischer Herkunft vor einem Supermarkt in Innsbruck von einem Mann verbal mit den Worten „You fucking Chinese! You bring Corona to us!“ attackiert. Schockierend ist die Tatsache, dass der Angriff in Anwesenheit eines minderjährigen Kindes der Frau stattgefunden hat. In einem Gespräch mit ARAtirol erklärte die Mutter, dass es für sie besonders schlimm war zu sehen, dass zwar mehrere Passanten Zeugen des Vorfalls wurden, jedoch niemand eingeschritten ist.

In einem anderen Fall berichtete eine Frau, dass die Nachbarin ihr das Kopftuch runtergerissen hat. Der Schock bei der Betroffenen sitzt tief, bedenkt man, dass die Nachbarschaft bereits seit einigen Jahren besteht und die Beteiligten sich kennen.

Eine mehrfache Mutter hatte ein ähnliches Erlebnis der Anfeindung durch die Nachbarschaft. Mit der Unterstützung vom Büro der Gleichbehandlungsanwaltschaft konnte der Betroffenen geholfen werden. Die Androhung von rechtlichen Schritten hält die Nachbarschaft, sie und ihre beiden Kinder aufgrund ihrer Hautfarbe systematisch zu belästigen und zu beleidigen.

Wir bei ARAtirol sehen unsere Aufgabe neben Information, Beratung und Begleitung auch darin, Betroffene dabei zu unterstützen, dass ihre Erlebnisse und Anliegen in der Öffentlichkeit Gehör finden. Für manche Menschen mag Rassismus die Einzeltat eines dummen Menschen sein, für manche ein heißes Diskussionsthema, für viele unter uns aber ist es eine tägliche Erfahrung, die nicht nur seelische Wunden verursacht, sondern auch den Zugang zu Arbeit, Wohnraum, Dienstleistungen und Mitbestimmung erschwert und in manchen Fällen sogar verhindert. Für diese Menschen und ihre Anliegen stehen wir bei ARAtirol am ZeMiT ein.

Veranstaltungshinweis:

Aufstehen gegen Rassismushttps://aibk.org/events/aufstehen-gegen-rassismus-und-faschismus/